Die Baumbestattung

Begraben an der Wurzel eines Baumes
Eine alternative Bestattungsform in der Ruhe des Waldes

FriedWald ist eine alternative Bestattungsform. Die Asche Verstorbener wird in ei-ner biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt, der in einem als FriedWald ausgewiesenen Wald steht.



Österreichs erster FriedWald – FriedWald Schöcklland
Eine Beisetzung außerhalb vom traditionellen Friedhof, mitten in der Natur, das ist seit dem 27. September 2012 in Kumberg bei Graz möglich. Heimat des ersten FriedWald in Österreich ist ein Waldgebiet auf einem südöstlichen Ausläufer des Grazer Hausberges, dem Schöckl. Hier werden künftig ausgewählte Bäume als letzte Ruhestätten dienen. Hierzu wurde der Wald zu einem Friedhof umgewidmet. Das etwa zehn Hektar große Waldgebiet für die Naturbestattung trägt den Namen FriedWald Schöcklland.

Gräber in der freien Natur
Im FriedWald sind die Gräber schlicht und einfach, ein Namensschild am Baum macht auf die Grabstätte aufmerksam. Dieses Schild kann je nach Grabart und Wunsch auch mit einem Spruch, Gebet oder Bibelvers versehen werden. Angehörige haben jederzeit die Möglichkeit, die Grabstätte im Wald zu finden, denn die Bäume sind mit einer Nummer gekennzeichnet und in einem Geoinformationssystem hinterlegt. Zentraler Platz des Erinnerns und Gedenkens im FriedWald ist der Andachtsplatz. Aus-gestattet mit einem Holzkreuz und Bänken kann er für Trauerfeiern, aber auch zum stillen Gedenken genutzt werden. Beisetzungen können natürlich kirchlich begleitet werden. Am Hauptzugangsweg steht eine Informationsfafel, auf der die Fläche einge-zeichnet ist, die als Bestattungsplatz genutzt wird

Kooperation mit erfahrenen Partnern
Das Bestattungsunternehmen Großschädl, das seit 1964 als Familienbetrieb geführt wird, ist Träger und Betreiber des FriedWald Schöcklland. Ingrid und Robert Groß-schädl sind für die terminliche und verwaltungstechnische Betreuung des Waldes zuständig und beraten und unterstützen Interessenten und Kunden rund um die Be-stattung im FriedWald.

Vor Ort im Wald werden Interessenten und Kunden durch ein Team von geschulten FriedWald-Försterinnen und Förstern betreut. Sie erklären im Rahmen von Wald-führungen das FriedWald-Konzept, unterstützen bei der Auswahl des Bestattungs-platzes und begleiten die Beisetzung im FriedWald Schöcklland.

Der Waldbesitzer stellt das Waldgebiet auf 99 Jahre für die Naturbestattung zur Verfügung, also bis zum 31.12.2111. Dadurch können Interessierte im FriedWald das Nutzungsrecht für eine Ruhestätte von bis zu 99 Jahren erwerben. Gesichert wird dieses Recht durch eine Grunddienstbarkeit und Reallast zugunsten des Trägers und der Marktgemeinde Kumberg im Grundbuch des Waldbesitzers. Konzept- und Markengeber ist das deutsche Unternehmen FriedWald GmbH. Dort entstand 2001 erstmals die Möglichkeit, an den Wurzeln eines Bau-mes mitten im Wald beigesetzt zu werden. Das Konzept der alternativen Bestattungsform FriedWald hat sich in Deutschland etabliert: Inzwischen gibt es dort 55 FriedWald-Standorte.

Einäscherung ist Voraussetzung
Menschen, die sich für eine Bestattung im FriedWald interessieren, müssen sich grundsätzlich für eine Einäscherung entscheiden. Ein Großteil der Interessenten sucht sich bereits zu Lebzeiten den geeigneten Baum aus. Angehörige und Freunde werden über diesen Schritt informiert, im Idealfall wird eine Willenserklärung mit dem Beisetzungswunsch formuliert und handschriftlich hinterlegt.

Beisetzung nach eigenem Wunsch Die Beisetzung im FriedWald kann ganz individuell gestaltet werden. So, wie es sich der Verstorbene gewünscht hätte oder wie es sich die Angehörigen vorstellen. Im FriedWald haben Menschen Raum und Zeit für Ihre eigenen Ideen, aber auch tradi-tionelle Rituale sind möglich. Nach Wunsch kann die Beisetzung im FriedWald christlich begleitet werden.

Gemeinschaftsbaum oder Familienbaum?
Ihren Baum können Interessierte selbst auswählen. Dabei besteht die Möglichkeit, sich für einen Platz am Gemeinschaftsbaum oder einen Familien- oder Freund-schaftsbaum zu entscheiden. Insgesamt können an einem Baum maximal zehn Urnen bestattet werden. Die Preise für Familien- und Freundschaftsbäume begin-nen bei 2.700 Euro. Die günstigste Möglichkeit, in einem FriedWald beigesetzt zu werden, ist der Basisplatz, der 490 Euro kostet. Die Bäume werden im Vorfeld mit forstlichem Sachverstand ausgewählt und durch farbige Bänder gekennzeichnet. Sie werden zum natürlichen Grabmal und dienen Angehörigen als Ort des Geden-kens und Erinnerns.

NähereInformationen finden Sie unter: www.friedwald-schoecklland.at

Alternative Bestattungsarten