Der Friedhof

Da in Österreich eine Bestattungspflicht besteht, gibt es hierzulande viele Friedhöfe, auf denen eine Beisetzung in Form einer Erd- oder Urnenbestattung stattfinden darf. Wir beantworten im folgenden Ratgeber die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was ist ein Friedhof?

Der Friedhof ist ein Ort, an dem eine verstorbene Person beigesetzt werden darf. Er ist der Ort, an dem sie ihre letzte Ruhe findet und gleichzeitig ist er ein Erinnerungsort, der von den Angehörigen aufgesucht werden kann. Fast jede Gemeinde oder Stadt verfügt zumindest über einen Friedhof, der von dieser selbst oder einer Glaubensgemeinschaft betrieben wird. Die Beisetzungszeremonie auf einem Friedhof wird oft durch religiöse oder weltliche Rituale begleitet.

Welche Geschichte hat der Friedhof?

Der Umgang mit den Toten und einen eigenen Ort für diese zu schaffen, hat eine sehr lange Tradition und begleitet die Menschheit bereits seit ihrer Sesshaftwerdung. Schon damals entstanden Orte, an denen Verstorbene bestattet und betrauert wurden. Bereits in der Zeit der ersten Hochkulturen, im alten Ägypten sowie in der griechischen und römischen Antike, entstanden das Bestattungswesen und zahlreiche Grabanlagen. Diese lagen oft außerhalb der Städte und Siedlungen. Erst mit dem sich stärker verbreitenden Christentum wurden Friedhöfe um oder bei Kirchen angelegt und mit einer Mauer umfriedet.

Welche Arten von Friedhöfen gibt es?

In Österreich gibt es unterschiedliche Arten von Friedhöfen. Einerseits gibt es jene Friedhöfe, die an eine Konfession gebunden sind, andererseits aber auch interkonfessionelle und weltliche Friedhöfe. Es gibt sowohl sehr alte als auch moderne Friedhöfe, bereits aufgelassene und auch solche, die nicht mehr für Beisetzungen zur Verfügung stehen.

Nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der Friedhofsarten in Österreich, auf denen eine Beisetzung stattfinden kann:

  • Der christliche Friedhof ist am weitesten verbreitet und man unterscheidet hier zwischen evangelischen und römisch-katholischen Friedhöfen.
  • Der jüdische Friedhof weist aufgrund der Gesetze des Judentums Erdgräber auf.
  • Der muslimische Friedhof in Österreich ist eine sehr junge Errungenschaft aus dem Anfang des 21. Jahrhunderts.
  • Der buddhistische Friedhof ist ein modernes Areal auf dem Wiener Zentralfriedhof. Es finden sich jedoch auch auf einigen anderen Friedhöfen buddhistische Grabstätten.
  • Der Naturfriedhof wird vor allem für alternative Bestattungsformen wie der Baum-, See- oder Donaubestattung genutzt. Dabei handelt es sich um bestimmte Gebiete, auf denen Bestattungen stattfinden dürfen.

Was versteht man unter der Friedhofsordnung?

Die Friedhofsordnung ist eng mit dem in einem Bundesland geltenden Bestattungsrecht verbunden und enthält alle Rechte und Pflichten sowie die am Friedhof herrschenden Regeln. Aufgrund der unterschiedlichen Friedhofsträger und der je nach Bundesland unterschiedlichen Bestattungsrechte gibt es keine landesweit einheitlichen Regelungen.

Eine Friedhofsordnung enthält jedoch alle Informationen zu den Öffnungszeiten, den Nutzungsrechten, Ruhefristen und Gebühren sowie Bestimmungen zur Gestaltung der Gräber.

Wie soll man sich auf einem Friedhof verhalten?

Auch das Verhalten am Friedhof steht in der Friedhofsordnung. Dazu gehört das Verbot von Hunden und Lärm am Friedhof. Weiters ist bei Trauerfeiern ein respektvoller Abstand zu halten und diese nicht zu stören. Allgemein gilt es auch Ordnung zu halten und den anfallenden Müll (Kerzen, Blumenschmuck etc.) fachgerecht auf den vorgesehenen Plätzen zu entsorgen.

Welcher Friedhof kann gewählt werden?

Grundsätzlich kann jeder Friedhof gewählt werden. Meistens erfolgt die Beisetzung jedoch auf dem Friedhof der Gemeinde oder Stadt, in der die verstorbene Person ihren letzten gemeldeten Wohnsitz hatte. Wird ein anderer Friedhof gewünscht, muss dies in der jeweiligen Gemeinde bzw. bei der Friedhofsverwaltung beantragt werden.

Welche Funktionen erfüllt ein Friedhof heute?

Ein Friedhof erfüllt heutzutage mehrere wichtige Funktionen. Er ist nicht nur ein kultischer und ritueller Ort, der einer Beisetzung, dem Gedenken und der Trauer dient, er erfüllt auch gesellschaftliche Funktionen wie die Erhaltung hygienischer Maßnahmen. Eine Bestattung auf einem Friedhof und nicht an beliebigen Orten verhindert die Ausbreitung von Seuchen und die Belastung des Grundwassers. Ebenso von Bedeutung ist seine klimatische und ökologische Funktion. Gerade in Städten bilden begrünte Friedhöfe ein Gleichgewicht und bieten verschiedensten Tieren ein Rückzugsgebiet. Einige Friedhöfe dienen auch als Naherholungsgebiete, wie zum Beispiel der Wiener Zentralfriedhof.

Cookies